Calo Randazzo: Erfahrungsbericht Taichi nach Yang Ma-Lee

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Blog Eintrag vom Mittwoch 27. Mai 2009, 12:56:33 Uhr

Jeder Tai Chi Spieler kennt die so genannten “Taichi-Prinzipien”. Diese machen, sofern man sie gewissenhaft verfolgt, diese Bewegungs- und Kampfkunst erst zu einem “inneren” System. Sie entfalten die volle Tiefe dieser Kunst.
Welche praktischen Übungsmethoden aber führen uns zu diesen Fähigkeiten, die das Tai Chi Chuan berühmt gemacht haben?
Welche “Werkzeuge” bietet das System im Yang-Stil Tai Chi Chuan?

Mein Lehrer, Stephan Hagen, der sich seit 2006 in Hong Kong bei Yang Ma-Lee weiterbildet, erklärte mir, daß das Lehrsystem in Schichten (layers) aufgebaut ist. Diese Idee und das Wissen der verschiedenen Schichten und der damit verbundenen Formeln, nach denen man eine Form oder Einzelübungen (Softening Exercises oder Nei Kung) ausführt, rückt den Yang-Stil in ein anderes Licht: das Kung Fu der Familie Yang (die Fähigkeiten der Familie Yang).

Mein persönliches Verständnis hat sich seit dem Erlernen der “Softening Exercises” verändert. Die Art der Ausführung der Übungen zeigt eindrucksvoll die verschiedenen „Schichten“, welche aufeinander aufbauen. Beeindruckend ist vor allem die Wirkweise auf den ganzen Menschen. Sie bringen uns in Verbindung mit der eigenen Natur, die wir, wie es scheint, in unserer frühesten Kindheit verloren haben. Dieser Urtypus, Bewegung als Impulse auf natürliche Weise zuzulassen, produziert einen Fluß in jeglicher Hinsicht. “Das Dao gibt uns keine Zeit, darüber nachzudenken” heißt es.

Als ich dann zum ersten Mal eine Sequenz aus der Handform nach Yang Ma-Lee sah, war mir sofort klar, daß diese Art sich zu bewegen der Natürlichkeit entspricht. Die Form schafft eine ausgeprägte, ausgewogene und natürliche Harmonie von Yin und Yang, von auf und ab, rund und gerade, vorne und hinten. Die Prinzipien manifestieren sich in einer solchen Klarheit, wie ich sie in noch keiner anderen Form erlebt habe. Und es kommt mir vor, als würde ich die Form schon immer so praktizieren. Vertraut.

Danke an Stephan Hagen und Yang Ma-Lee, die ihr Wissen mit uns teilen.

1 Kommentare bis jetzt

(Dein Kommentar)

Zurück zur Natürlichkeit, das geht mir genau so und in der Form von Yang Ma-Lee finde ich das ebenfalls, wie kaum wo anders. Schon im November 08 in Neustatt an der Weinstraße, als ich sah, wie Stephan`s Form sich verändert hat, dadurch, dass er bei Yang Ma-Lee lernt, war ich sehr beeindruckt. Trotz der weiten Anreise aus dem Süden war mir klar, dass ich da noch mehr lernen will als nur die 3 Übungen aus den Softening Exersice.

Was ich nun kürzlich vom Seminar in der Proitzer Mühle alles mitgenommen habe ist eine echte Wucht und das, obwohl ich nur die ersten drei Tage mitgemacht habe. Auch beim zuschauen habe ich noch viel gelernt.
Als ich meinem Partner zu Hause die Form vorgelaufen habe, versicherte er mir, dass es so sei, wie das was er auch bei Stephan gesehen hatte. Sicher gilt es noch vieles zu verfeinern, trotzdem fühlen sich die Übungen schon richtig wohlig und natürlich an. Wenn ich meine bisherige Form laufe, schleichen sich automatisch einige Elemente ein, die ich bei der Yang Ma-Lee Form gelernt habe.

Ich schließe mich dem Dank an Stephan und Yang Ma-Lee an und möchte auch Calo danken, der in der Proitzer Mühle die Einführung in die Softening Exersice richtig toll vermittelt hat.

Roswitha Busam · 27. Mai 2009, 14:01





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